„Höre, Israel: Der HERR ist unser Gott, der HERR allein! Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft“ - 5. Mose 6, 4-5
Bestimmt hast du schon einmal den Begriff „Trinität“ oder „Dreieinigkeit“ gehört. Die Torah, das Indschil und der Qur’an lehren den Glauben an EINEN Gott.
Ist der Glaube an Jesus als Sohn Gottes Götzendienst? Haben die Christen aus Jesus, einem Menschen, einen zusätzlichen Gott gemacht? Damit wären sie keine Monotheisten mehr, sondern Götzendiener und Narren (Römer 1, 22-25). Die Bibel stellt klar, dass man dem HERRN allein dienen und ihn allein anbeten soll. (5. Mose 6, 13; 5. Mose 10, 20; Matthäus 4, 9-10)
Einer der Gründe, warum die Dreieinigkeit und die Vaterschaft Gottes vom Islam verworfen werden, ist ein falsches Verständnis davon. Eine Sekte im arabischen Raum hatte zur Zeit Mohammeds gelehrt, dass die Trinität aus Gott, Christus und Maria bestand, was auch im Qur’an aufgegriffen wird. Demnach würden Christen neben Allah an zwei weitere Götter Jesus und Maria glauben (Sure 5, 116). Das wird von Christen genauso abgelehnt wie von Muslimen.
Das Verständnis, das im Indschil vermittelt wird, ist EIN Gott, der sich in der Person des Vaters, des Sohns und des Heiligen Geistes offenbart.
„Niemand hat Gott jemals gesehen; der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn bekannt gemacht.“ - Joh 1, 18
Gott ist Geist (Johannes 4, 24). Erst im Christus Jesus wurde Gott Mensch. So kam das Wort, durch das alles geschaffen ist, zu uns auf die Erde.
„Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut […]“ - Johannes 1, 14
Erst in Jesus wurde Gott für uns greifbar. Jesus, der Sohn, wurde dabei nicht erst geschaffen, als er durch den Heiligen Geist gezeugt wurde, sondern war schon beim Vater von den Tagen der Ewigkeit her (Micha 5,1).
Von der Dreieinigkeit Gottes lesen wir in der Bibel erstmals ausdrücklich bei der Taufe Jesu (Matthäus 3, 11-17). Hier werden alle drei Personen vorgestellt. Jesus selbst fordert seine Jünger in seinem abschließenden Missionsbefehl dazu auf, die Menschen im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes zu taufen (Matthäus 28, 19).
Der Heilige Geist ist dem Qur’an nicht fremd. In Sure 2, 87 bezeugt Allah, Jesus mit dem Heiligen Geist gestärkt zu haben.
Auch spricht Allah von sich immer wieder in der Mehrzahl, z.B. in Sure 10, 94; 88, 25-26. Das wird i.d.R. mit dem Pluralis Majestatis begründet, einer herrschaftlichen Form der Anrede. Hierfür muss man aber wissen, dass die Arabische Sprache den Majestätsplural zur Zeit Muhammads eigentlich nicht kannte.
Die Dreieinigkeit Gottes ist keine Erfindung des Indschil. Wenn man in der Torah nach Indizien sucht, wird man schnell fündig:
„[…] und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser.“ – 1. Mose 1, 2
Es folgt die Schöpfung Gottes durch sein Wort. Zuletzt wird der Mensch erschaffen:
„Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich!“ – 1. Mose 1, 26
Eine ganz besondere Begegnung des allmächtigen Gottes mit seinem Diener Abraham findet in 1. Mose 18 statt. Drei Männer kommen zu Abraham. Aus dem Text geht hervor, dass einer der Männer, der mit Abraham spricht, der HERR selbst ist.
In einem Streitgespräch mit den Juden (Johannes 8, 37-59) scheint Jesus auf diese Begegnung Bezug zu nehmen:
„Abraham, euer Vater, jubelte, dass er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich. Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. [...]“ – Johannes 8, 56-59
Natürlich ist das schwer zu ergreifen. Nabeel Qureshi erzählt in seiner Lebensgeschichte, dass ihm das Verständnis über die Dreieinigkeit erstmals in einer Chemie-Vorlesung eröffnet wurde. Dort wurde die Elektronenkonfiguration am Beispiel des Nitrat-Moleküls erklärt. Es wurden drei unterschiedliche Anordnungen der Elektronen des Moleküls dargestellt.
Diese drei Anordnungen sind die beste Möglichkeit, die Resonanzstrukturen von Nitrat darzustellen, jedoch ist keine davon als Einzeldarstellung korrekt. In Wahrheit hat das Molekül zu jedem Zeitpunkt jede einzelne Struktur.
Wenn ein solches Phänomen in unserer natürlichen Welt zu beobachten und erklären ist, um wie viel mehr ist beim Allmächtigen möglich, der unser Denken übersteigt?
Der Glaube an den dreieinen Gott ist kein Polytheismus – es bleibt ein Gott, der sich uns in seinem Wort in drei Personen offenbart.