Der Sohn des Menschen
Warum wird Jesus als Gottes Sohn bezeichnet?
„Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung. Denn in ihm ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seinen Throne oder Herrschaften oder oder Gewalten oder Mächte: Alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen; und er ist vor allem, und alles besteht durch ihn.“ – Kolosser 1,15-17
Jesus ist mehr als der Mensch, der vor ca. 2000 Jahren über diese Erde gegangen ist. Dass er als Sohn Gottes bezeichnet wird, heißt nicht, dass er ein erschaffenes Wesen ist. Als Erstgeborener aller Schöpfung nimmt Jesus die ewige Position des Erben ein, der mit dem Reich und der Macht des Vaters betraut wird. Er ist der „Sohn, den er zum Erben aller Dinge eingesetzt hat, durch den er auch die Welten gemacht hat“ (Hebräer 1,2).
Was bedeutet „Sohn des Menschen“?
Die Propheten, welche die Ankunft des Messias vorhergesagt haben, haben zwei Bilder des kommenden Messias gezeichnet: Den leidenden wie auch den majestätischen Messias. Die Bezeichnung „Sohn des Menschen“ kommt aus einer Vision des alttestamentlichen Propheten Daniel:
„[…] Und siehe, mit den Wolken des Himmels kam einer wie der Sohn eines Menschen. Und er kam zu dem Alten an Tagen, und man brachte ihn vor ihn. Und ihm wurde Herrschaft und Ehre und Königtum gegeben, und alle Völker, Nationen und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum so, dass es nicht zerstört wird.“ – Daniel 7,13-14
Hier (wie auch an anderen Stellen, z.B. Jesaja 9, 5-6) wird bezeugt, dass der angekündigte Messias Eigenschaften besitzt, die allein Gott zugeordnet sind und ihn damit Gott gleich setzen. Jesus wendet diese Bezeichnung bei seinem Verhör auf sich selbst an: „Und der Hohe Priester sagte zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes! Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt. Doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des Himmels.“ – Matthäus 26,63-64
Verständlich, dass viele Juden des 1. Jahrhunderts in Erwartung eines triumphierenden, herrlichen Messias den Zimmermann aus Nazareth nicht als Sohn Gottes anerkennen wollten – obwohl sich in seiner Person und seinem Leben über 55 spezifische und insgesamt 300 Prophetien erfüllten.
Was behauptet Jesus über sich selbst?
„Ich bin Gott, betet mich an!“ - Jesus hat diese Worte nie benutzt. Das Ziel seines Wirkens auf der Erde waren die Ehre und Verherrlichung des Vaters. Niemals wollte Jesus die Ehre einfordern, die dem Vater gebührt. Jesus betet in Johannes 17,4-5: „Ich habe dich verherrlicht auf der Erde; das Werk habe ich vollbracht, das du mir geben hast, dass ich es tun sollte. Und nun verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.“ Jesus will unsere Bitten in seinem Namen erfüllen, „damit der Vater verherrlicht wird im Sohn“ (Joh. 14,13).
Allerdings machte er seinen Zuhörern unmissverständlich klar, wer er behauptete zu sein. Seine angebliche Blasphemie rechtfertigte letztlich auch seine Verurteilung zum Tod am Kreuz.
Der Weg, die Wahrheit, das Leben
Jesus stellt seinen Anspruch in Johannes 14,6 klar: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!“ Allein in diesem Satz finden sich drei der 99 schönsten Namen Allahs: - Weg: „Der Führer und Leiter“ (AL-HADI) - Wahrheit: „Das Recht und die Wirklichkeit“ (AL-HAQQ) - Leben: „Der Lebendige“ (AL-HAYY)
Was ist die Wahrheit?
Der Qur’an verwirft die Gottessohnschaft (Sure 4,171; 19,35), den Erlösertod am Kreuz und die Auferstehung Jesu (Sure 4,157-158). Es wird deutlich gesagt, dass, wer ihn Allah gleichstellt, als Zufluchtsort nur das Höllenfeuer haben wird (Sure 5,72) Jesus selbst sagt im Gespräch mit Allah, dass der Anspruch, ihm gleich zu sein, nie seine Botschaft war (Sure 5,116-117).
Doch die Kernaussagen des Indschil sind vor allem die Lehren, denen der Qur’an widerspricht. Gott selbst hat durch Jesus unsere Rettung erwirkt. Durch seinen Erlösertod ist es uns erst möglich, von unserer Schuld befreit zu werden. Unsere Rechtfertigung erlangen wir durch den Glauben an genau den Jesus, den der Qur’an ablehnt. Das Indschil geht mit abweichenden Lehren mindestens genauso hart ins Gericht wie der Qur’an:
„Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: Er sei verflucht! Wie wir früher gesagt haben, so sage ich auch jetzt wieder: Wenn jemand euch etwas als Evangelium verkündigt entgegen dem, was ihr empfangen habt: er sei verflucht!“ - Galater 1,8-9
Was ist die Wahrheit? Das ist die wichtigste Frage deines Lebens!